Wer könnte sagen wie die Sänger des Mittelalters geklungen
haben? Wie mag wohl Walther von der Vogelweide oder Neidhart aufgetreten
sein? Eine spannende und persönliche Antwort darauf gibt Knud
Seckel. Inspiriert von den Werken der Troubadoure und Trouvères
jenseits des Rheines, spannt sich ein Bogen über die mittelhochdeutschen
Lieder hinaus zu den anderen Literatursprachen des Mittelalters.
Hierbei gleitet der Blick auch aus der christlichen Welt hinaus
zum jüdisch-arabischen Kulturkreis.
Oft ist es die Frau seines Herzens, die er öffentlich besingt
- manchmal auch ein Selbstgespräch. Nie verliert er jedoch
den Blick für sein Auditorium, ohne das er seine Kunst nicht
leben kann. Die Zuhörer sind immer gleichzeitig Akteure wie
bei einer höfischen Gesellschaft eingebunden in die Lieder
und Ereignisse des Vortrages.
Zarte, besinnliche Töne wechseln sich mit frechem, frivolem
Gesang ab. Lyrische Melodien erklingen neben beschwingten Instrumentalstücken
zum Tanz. Hohe und niedere Minne, sehnende und erfüllte Liebe
sprechen aus dem Herzen des Minnesängers. Und wenn eine ehrenreiche
Frau es zulässt mag er ihr auch persönlich singen...
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